Medizinisches Cannabis inhalieren: Blüte, Dronabinol & Extrakte im Vergleich

Home /  Blog /  Anwendung / Artikel

Medizinisches Cannabis inhalieren: Blüte, Dronabinol & Extrakte im Vergleich

2026-05-24

Medizinisches Cannabis steht heute in unterschiedlichen inhalierbaren Formen zur Verfügung. Jede bringt unterschiedliche Inhaltsstoffe, Wirkprofile und Anwendungsmöglichkeiten mit sich. Doch welche Optionen gibt es neben der klassischen Cannabisblüte?

Medizinisches Cannabis hat sich in den vergangenen Jahren von einer Ausnahmetherapie zu einer anerkannten Behandlungsoption entwickelt. Gleichzeitig entwickelt sich die Therapie selbst weiter, und das aus gutem Grund. 

Die Cannabisblüte ist nach wie vor die am häufigsten verordnete Form. Sie bringt jedoch Herausforderungen mit sich, die im Therapiealltag oft unterschätzt sind:

  • Intensiver Geruch
  • Höherer Handhabungsaufwand
  • Gesellschaftliche Akzeptanz und Stigmatisierung
  • Natürliche Schwankungen im Wirkstoffprofil zwischen Chargen
  • Begrenzte Reproduzierbarkeit der Dosierung

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die derzeit verfügbaren inhalativen Formen und ihre jeweiligen Unterschiede.

Die drei inhalativen Formen im Überblick

Für die medizinische Versorgung mit Cannabis stehen aktuell drei inhalative Alternativen zur Verfügung: die Cannabisblüte, ethanolische Dronabinol-Lösungen und inhalierbare Extrakte. Was steckt dahinter und welche Unterschiede gibt es?

Der Vergleich auf einen Blick

✓ = vorhanden / ja     ✗ = nicht vorhanden / nein     ~ = je nach Sorte / schwankend

 

Merkmal Blüte Dronabinol-Lösung Inhalativer Extrakt (Vollspektrum)
THC enthalten
CBD enthalten ~ ~
Minorcannabinoide enthalten
Terpene enthalten
Individuell dosierbar
Standardisierte Zusammensetzung ~
Hohe Dosierpräzision ~

 

Hinweis: Eine höhere Dosierpräzision bedeutet, dass die pro Inhalationszug aufgenommene Wirkstoffmenge besser vorhersehbar und reproduzierbar ist. Bei der Blüte hängt dies stärker von natürlichen Schwankungen, Mahlgrad, Füllmenge und verwendetem Gerät ab.

 

Cannabisblüte

Die getrocknete Cannabisblüte ist die bekannteste Form. Sie enthält das gesamte Spektrum der Pflanzenwirkstoffe: die Hauptwirkstoffe THC und CBD, sogenannte Minorcannabinnoide (z. B. CBG, CBN, CBC) sowie Terpene – jene aromatischen Verbindungen, die Geruch und Geschmack prägen und die Wirkung mitbeeinflussen können.

Pharmazeutisch zugelassene Blüten werden unter kontrollierten Bedingungen angebaut und geprüft. Der THC- und CBD-Gehalt ist für jede Charge zertifiziert. Natürliche Schwankungen im Terpene- und Minorcannabinoidgehalt zwischen verschiedenen Chargen oder Sorten sind jedoch möglich.

Medizinisches Cannabis wird üblicherweise nicht geraucht, sondern vaporisiert. Beim Verbrennen entstehen Schadstoffe, die beim Verdampfen nicht anfallen. Pharmazeutisch zugelassene Blüten sind daher für die Verwendung in einem Vaporizer vorgesehen.

Ethanolische Dronabinol-Lösung

Dronabinol ist reines, (halb-)synthetisch hergestelltes THC – ohne weitere Pflanzenwirkstoffe. Als ethanolische (alkoholische) Lösung lässt es sich präzise dosieren und in geeigneten Geräten inhalieren. Diese Form bietet eine definierte Reinheit und eine gleichbleibende Zusammensetzung von Charge zu Charge.

Minorcannabinoide und Terpene sind nicht enthalten. Für Patienten, die auf bestimmte Pflanzenstoffe empfindlich reagieren oder eine klar definierte Einzelsubstanz benötigen, kann diese Form therapeutisch relevant sein.

Inhalierbare Cannabisextrakte

Inhalierbare Extrakte liegen zwischen Blüte und Reinsubstanz: Sie enthalten das breite Wirkstoffspektrum der Pflanze – THC, CBD, Minorcannabinnoide und Terpene – in konzentrierter, standardisierter Form. 

Das Wirkstoffprofil des Extrakts hängt stark vom Extraktionsverfahren ab. Bei gängigen Verfahren wie der Ethanol- oder CO2-Extraktion können Terpene und Minorcannabinoide teilweise verloren gehen. Schonende Verfahren, etwa die 1-Schritt- oder Kaltwasserextraktion, sind darauf ausgelegt, das natürliche Wirkstoffprofil der Pflanze weitgehend zu erhalten. 

Ein Beispiel hierfür sind PIEX-Rohextrakte (Becanex). Sie werden in einem 1-Schritt-Verfahren gewonnen, das auf den Erhalt des natürlichen Wirkstoffprofils der Cannabispflanze ausgerichtet ist und unter GMP-Bedingungen hergestellt wird.

🌿 Vollspektrum

Becanex PIEX 2

Strawberry OG • Indica

THC: 70%
CBD: 1%
Top-Terpene: β-Caryophyllen
🌿 Vollspektrum

Becanex PIEX 3

God Bud • Indica

THC: 5%
CBD: 62%
Top-Terpene: α-Bisabolol

Welches Gerät zur Inhalation?

Zum Inhalieren von medizinischem Cannabis werden in der Praxis überwiegend Vaporisatoren verwendet. Diese Geräte erhitzen das Material auf eine kontrollierte Temperatur, sodass die Wirkstoffe verdampfen, ohne dass schädliche Verbrennungsprodukte wie beim Rauchen entstehen. Einige dieser Produkte sind als Medizinprodukt zertifiziert (MDR-Zertifizierung) und sind somit auf die kontrollierte Verdampfung von Cannabisblüten oder Extrakten ausgelegt.

Die Wahl des passenden Geräts hängt von verschiedenen Faktoren ab, die je nach individueller Situation unterschiedlich relevant sein können. Dazu zählen unter anderem Mobilität, Handhabung und die Alltagstauglichkeit. 

Merkmal Volcano Medic 2 Mighty+ Medic Curaleaf QMID
Bauart Stationär (Heimgerät) Portabel Portabel, kartuschenbasiert
Geeignet für Zuhause, eingeschr. Mobilität Alltag, unterwegs Alltag, unterwegs
Befüllung Blüte oder Extrakt in Dosierkapseln Blüte oder Extrakt in Dosierkapseln Extrakte in Kartusche
Temperatursteuerung Digital, 40–230 °C Digital, 40–210 °C Automatisch geregelt 160-210°C
Dosierung pro Zug Temperatur-, Zugvolumenabhängig Temperatur-,Zugvolumenabhängig Definierte Freisetzungsrate pro Zug
Akkubetrieb Nein (Strom) Ja Ja
Medizinprodukt Klasse IIa Klasse IIa Medizinprodukt

 

Welches Gerät am besten geeignet ist, hängt von Deiner Lebenssituation, dem verordneten Produkt und Deiner körperlichen Verfassung ab. Dein Arzt oder Deine Apotheke berät Dich dazu.

Falls Du mehr über Vaporizer erfahren willst, lies gerne unseren Beitrag zur Verdampfung von medizinischem Cannabis.

Das Bild zeigt drei Vaporizer, die typischerweise zur Inhalation von medizinischem Cannabis verwendet werden: Storz & Bickel Mighty, Storz & Bickel Volcano und Curaleaf QMID

Fazit: Unterschiedliche inhalative Formen für unterschiedliche Therapiesituationen

Die Cannabisblüte bleibt weiterhin die am häufigsten verwendete inhalative Form in der medizinischen Cannabistherapie. Gleichzeitig bringt sie Eigenschaften mit sich, die im Therapiealltag relevant sein können. Dazu zählen ein intensiver Geruch, eine aufwendige Handhabung und natürliche Schwankungen im Wirkstoffprofil zwischen Chargen, welche die Dosierbarkeit und Reproduzierbarkeit der Anwendung einschränken können.

Dronabinol-Lösungen haben grundsätzlich eine höhere Dosierpräzision und stärker standardisierte Zusammensetzung, enthalten aber ausschließlich den Einzelwirkstoff THC ohne weitere Pflanzenstoffe wie Terpene und Minorcannabinoide. Inhalative Vollspektrumextrakte enthalten dagegen weitere Bestandteile der Cannabispflanze in konzentrierter Form und bieten gleichzeitig eine gute Dosierbarkeit und Reproduzierbarkeit.

Welche inhalative Form im individuellen Fall sinnvoll ist, solltest Du immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt klären.

50 MedCan PUNKTE WARTEN AUF DICH

Registriere Dich für unseren Newsletter, um die neuesten Updates von MedCanOneStop zu erhalten.