MedCanG im Bundesrat: Was am 21.11. auf dem Spiel steht
2025-11-14
MedCanG im Bundesrat
Wie es jetzt weitergeht und was das für Deine Versorgung wirklich bedeutet
Stand: 14.11.2025 · Lesedauer: ca. 18 Minuten
Zum ersten Mal seit Jahren funktioniert es halbwegs: Du bekommst Zugang zu medizinischem Cannabis per Telemedizin. Über 1400 Präparate stehen zur Auswahl, Importe haben die Preise von 20 Euro auf bezahlbare 7 bis 12 Euro pro Gramm gebracht. Apotheken konkurrieren um Dich, statt Mondpreise zu verlangen.
Genau das steht jetzt zur Disposition.
Am 21.11.2025 stimmt der Bundesrat über Verschärfungen ab, die über den Kabinettsentwurf vom 08.10. hinausgehen. In diesem Artikel zeigen wir Dir, was konkret passiert ist, was zur Abstimmung steht, und wie wir bei MedCanOneStop schon jetzt Systeme aufbauen, damit Deine Versorgung nicht zwischen Politik und Paragrafen hängen bleibt.
TL;DR
Der Kabinettsentwurf vom 08.10. bleibt die Basis: Persönlicher Arztkontakt für Erstverordnungen von Blüten, Vierquartalsregel für Folgeverordnungen, Versandverbot für Blüten. Botendienst und Abholung bleiben möglich.
Im Gesundheitsausschuss des Bundesrats wurden am 05.11. zusätzliche Verschärfungen vorgeschlagen, unter anderem die Anwendung der Arzneimittelpreisverordnung auf Cannabisblüten, Einschränkungen bei EU-Rezepten und weitere Werbebeschränkungen.
Das aktuelle System hat in 18 Monaten über 1400 Präparate verfügbar gemacht. Importe haben die Preise von 20 Euro auf 7 bis 12 Euro pro Gramm gedrückt. Hunderttausende Patienten haben erstmals Zugang bekommen.
Unsere Umfrage mit 9.583 Patienten zeigt: Viele finden keinen Arzt für Cannabis-Therapie, sind an der finanziellen Belastungsgrenze und würden ohne Telemedizin auf den Schwarzmarkt zurückfallen. Die geplanten Verschärfungen treffen genau diese Menschen.
Am 21.11.2025 stimmt der Bundesrat über diese Empfehlungen ab. Danach folgen Bundestag und finale Abstimmung. Deine aktuelle Versorgung läuft weiter, es gibt keinen „heimlichen Cut“.
Bei MedCanOneStop bauen wir parallel Hybrid-Strukturen aus Präsenz- und Telemedizin. Wir sprechen mit Ärzten, Apotheken und Politik, damit Deine Versorgung auch in Zukunft nicht an Paragrafenzeilen scheitert.
Worum es in diesem Artikel geht
Wir wissen, dass Dich dieses Thema emotional trifft.
Vielleicht hast Du schon einmal erlebt, wie es ist, keinen Arzt zu finden.
Vielleicht trägst Du Deine Therapie komplett selbst.
Vielleicht hängt an Cannabis für Dich mehr als „nur“ ein Medikament.
Du musst diese Lage nicht alleine einordnen.
In diesem Artikel schauen wir mit Dir gemeinsam auf drei Ebenen:
- Was seit dem Kabinettsbeschluss konkret passiert ist
- Was am 21.11. im Bundesrat zur Abstimmung steht
- Wie wir bei MedCanOneStop schon jetzt parallel Systeme aufbauen, damit Deine Versorgung gesichert bleibt.
Bevor wir tiefer einsteigen, eine kleine Anmerkung: Nimm Dir Zeit für diesen Artikel.
Rückblick: Der Kabinettsentwurf vom 08.10.
Kurz zur Erinnerung, was der Entwurf der Bundesregierung überhaupt enthält:
Erstverordnung von Blüten nur mit persönlichem Kontakt
Für Cannabisblüten soll die erste Verordnung nur nach persönlicher Untersuchung möglich sein. Das kann ein Termin in der Praxis sein oder ein Hausbesuch. Eine reine Videosprechstunde reicht nicht.
Vierquartalsregel bei Folgeverordnungen
Folgeverordnungen sind weiter möglich, aber nur, wenn es in den letzten vier Quartalen mindestens einen persönlichen Kontakt in derselben Praxis gab. Dazwischen kann Telemedizin genutzt werden. Präsenz und digital werden kombiniert.
Versandverbot für Blüten
Blüten dürfen nach dem Entwurf nicht mehr über den klassischen Versandhandel an Endverbraucher abgegeben werden. Erlaubt bleiben Abholung in der Apotheke und apothekeneigener Botendienst.
Wichtig: Das richtet sich ausdrücklich an Blüten. Andere Darreichungsformen sind im Entwurf anders behandelt. Wie die endgültige Fassung aussieht, wird sich im weiteren Verfahren zeigen.
Ein kurzer Realitätscheck
Politisch wird oft so getan, als gäbe es „die Versandapotheke irgendwo im Internet“ und „die nette lokale Apotheke um die Ecke“. In der Realität sind das häufig dieselben Betriebe.
Du stehst vorne an der Theke, neben Dir bekommt ein Kind Traubenzucker und jemand fragt nach Ibuprofen, und ein paar Minuten später holst Du Deine Dose Cannabisblüten ab. Im Hinterzimmer wird mit DHL und IT gearbeitet. Genau diesen Alltag bildet der Gesetzestext bisher nur unvollständig ab.
Forschungskanal und Bußgelder
Der Entwurf regelt, wie Cannabis in Studien eingesetzt werden darf und schafft einen Bußgeldkatalog für Verstöße, etwa gegen das Versandverbot oder gegen das Gebot des persönlichen Arztkontakts.
Das war der Stand nach dem Kabinettsbeschluss. Dann ging es in die nächste Runde.
05.11.2025: Der Gesundheitsausschuss legt nach
Der nächste wichtige Schritt war der 05.11.2025. An diesem Tag lag der MedCanG-Entwurf im Gesundheitsausschuss des Bundesrats. Dort sitzen Vertreter der Bundesländer und schauen sich an, wie sich ein Gesetz in der Realität der Länder auswirkt.
Die Ausschüsse können Empfehlungen aussprechen, die den Entwurf deutlich nachschärfen. Genau das ist jetzt passiert. Eine davon ist besonders brisant.
Die Zahlen, die der Politik Sorgen machen
Die Cannabis-Importe nach Deutschland sind explodiert:
- Q1 2024: 8,1 Tonnen
- Q2 2025: 43,3 Tonnen
- Erstes Halbjahr 2025: 80,8 Tonnen (mehr als im gesamten Jahr 2024: 72 Tonnen)
Das ist eine Verfünffachung in 15 Monaten.
Das Bundesgesundheitsministerium sieht darin eine „Fehlentwicklung“. Wir sehen darin: Endlich funktionierender Zugang für Patienten, die vorher leer ausgingen.
Arzneimittelpreisverordnung für Cannabisblüten
Warum das so ein großer Hebel ist
Der Ausschuss schlägt vor, die Arzneimittelpreisverordnung ausdrücklich auf Cannabisblüten anzuwenden.
Heute funktioniert der Markt endlich so, wie er sollte: Apotheken haben bei Cannabisblüten Spielraum. Du siehst im Preisvergleich echte Unterschiede. Konkurrenz sorgt dafür, dass viele Apotheken günstiger anbieten, gerade für Selbstzahler. Importe haben den Markt geöffnet.
Wenn die Arzneimittelpreisverordnung komplett greift, heißt das:
- feste oder stark normierte Aufschläge
- deutlich weniger Wettbewerb
- weniger Spielraum für günstigere Angebote
- für viele Patienten wieder deutlich höhere Kosten
Das fühlt sich an, als würde jemand den Preisregler zurückdrehen, obwohl der Markt gerade erst angefangen hat, effizient zu arbeiten. In unserer Umfrage haben sehr viele Teilnehmer angegeben, dass sie schon jetzt an der Grenze dessen sind, was sie monatlich stemmen können. Eine Rückkehr zu Preisen um 20 Euro pro Gramm wäre für viele das Therapieende.
Was sonst noch auf Dich zukommt
Mehr nationale Kontrolle bei Rezepten
Ein weiterer Vorschlag aus den Ausschüssen zielt darauf, den Spielraum für EU-Rezepte zu begrenzen. Hintergrund ist die Sorge, dass sich Telemedizin-Modelle über ausländische Ärzte der deutschen Kontrolle entziehen.
Konkret geht es um die Frage, ob deutsche Apotheken Rezepte aus EU-Staaten beliefern dürfen, ohne dass die deutsche Behörde überprüfen kann, ob der Arzt dabei tatsächlich persönlichen Kontakt zur Patientin hatte. Die Bundesländer wollen hier nachschärfen.
Für Dich als Patient verschwimmen hier jedoch schnell die Linien. Du willst eine seriöse Behandlung, keine Lücke im System ausnutzen. Gleichzeitig interessiert es Deine Migräne, Deine Schmerzen oder Deine PTBS nicht, ob die ärztliche Unterschrift aus Köln oder aus einem anderen EU-Land kommt.
Wir sehen sehr genau, dass hier zwei berechtigte Anliegen aufeinanderprallen: der Kontrollwunsch der Behörden und die Versorgungsrealität der Patienten.
Strengere Werbebeschränkungen
Die Ausschüsse fordern weitere Werbebeschränkungen, die über das Heilmittelwerbegesetz hinausgehen. Plattformen, Ärzte und Apotheken sollen Cannabis künftig nicht mehr aktiv bewerben dürfen. Genau, wo die Grenze verläuft zwischen sachlicher Information und unzulässiger Werbung, ist bisher nicht klar definiert.
Dokumentation und Transparenz
Es wird diskutiert, ob Telemedizin-Plattformen ihre Verschreibungsdaten detaillierter an Behörden melden müssen. Ziel ist mehr Kontrolle, weniger „Quick & Easy“-Modelle. Für Plattformen wie MCOS ist das kein Problem, weil diese Standards ohnehin eingehalten werden.
21.11.2025: Warum dieser Termin wichtig ist
Am 21.11. stimmt der Bundesrat über die Empfehlungen der Ausschüsse ab. Das ist ein wichtiger Moment, weil dort sichtbar wird, welche Linie die Länder politisch mittragen.
Die Empfehlungen gehen als Paket an den Bundestag weiter. Dort wird diskutiert, was davon übernommen wird. Es ist also kein finaler Beschluss, sondern ein wichtiger Meilenstein im Verfahren.
Wichtig für Dich: Bis das Gesetz in Kraft tritt, vergehen noch Monate. Es folgen Lesungen im Bundestag, Expertenanhörungen, weitere Abstimmungen und Übergangsfristen. Es kommt nichts über Nacht. Deine Versorgung bricht nicht von heute auf morgen weg. Es gibt Zeit, Systeme anzupassen, Kooperationen aufzubauen und hybride Wege zu entwickeln.
Die SPD zwischen zwei Stühlen
Hier wird es politisch kompliziert. Die SPD hat unter Ampel die Cannabis (Teil-)Legalisierung vorangetrieben. Sie hat Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz geholt. Sie hat den Weg für medizinischen Zugang geebnet.
Der bemerkenswerte politische Twist: Die SPD hat den Kabinettsentwurf mitgetragen, obwohl führende Abgeordnete öffentlich Bauchschmerzen geäußert haben. Aus Sicht vieler Patienten wirkt es jetzt paradox, dass ausgerechnet diese Partei einen Entwurf mitträgt, der Zugang erschwert, Telemedizin einschränkt und Preise nach oben drücken könnte.
Die Evaluation zeigt: Schwarzmarkt sinkt, Jugendschutz funktioniert besser als befürchtet, Medical stabilisiert viele Verläufe. Die Daten aus der Versorgungspraxis zeigen, dass Medical die Schiene ist, die wirklich funktioniert.
In SPD-geführten Ländern und Fraktionen gibt es Abgeordnete, die sehr genau wissen, was für reale Patienten auf dem Spiel steht, wenn Versorgung zu restriktiv wird. Die Frage ist: Wie viel Spielraum haben sie noch?
Wir sind nicht naiv: Die GroKo-Realität ist klar, der Kurs ist restriktiv. Gleichzeitig gibt es Punkte, an denen Details noch verhandelbar sind: Übergangsfristen, Ausnahmen, Auslegungen, technische Umsetzung. Hier könnte die SPD noch Korrekturen durchsetzen, wenn sie will.
Wenn Gesetzestext auf Versorgungsrealität trifft
Auf dem Papier klingt vieles logisch: Mehr persönlicher Kontakt soll Missbrauch verhindern, Versandverbote sollen sensiblen Umgang mit Blüten sichern, einheitliche Preise sollen den Markt ordnen. Doch politische Debatten wirken oft abstrakt. Lass uns konkret machen, worum es wirklich geht.
Das aktuelle System hat in 18 Monaten geschafft, was vorher nicht möglich war:
- Über 1400 Präparate sind verfügbar
- Preise sind von 20-30 Euro auf 3 bis 12 Euro pro Gramm gefallen
- Hunderttausende Patienten haben erstmals Zugang bekommen
- Der Schwarzmarkt sinkt messbar
In unserer großen Umfrage mit 9.583 Teilnehmern haben wir genau hingeschaut, wie die Versorgung heute funktioniert und was passieren würde, wenn sich die Regeln ändern.
Die Zahlen zeigen das Ausmaß:
- 95,6 Prozent nutzen heute digitale Plattformen, nur 0,6 Prozent einen Arzt vor Ort
- 73,9 Prozent liegen im Hochrisikobereich für Schwarzmarkt-Abwanderung (Skala 8-10 von 10)
- 47,4 Prozent geben den Maximalwert an: garantierter Wechsel in den Schwarzmarkt
- 92,6 Prozent haben konkrete Angst, wieder in illegale Kanäle gedrängt zu werden
- 68 Prozent nennen „sicherer Zugang“ als absolute Top-Priorität, weit vor allen anderen Faktoren
Gleichzeitig zeigen die Daten, dass Legalität wirkt, wenn der Zugang niedrigschwellig bleibt:
- 84,7 Prozent bestätigen, dass der legale Weg den Schwarzmarkt spürbar geschwächt hat
- 95,9 Prozent vertrauen Apotheken-Cannabis mehr als Schwarzmarkt-Ware
- 87,3 Prozent kennen aus eigener Erfahrung Fälle mit weniger Nebenwirkungen bei medizinischem Cannabis
Patienten sind kompromissbereit:
- 75,6 Prozent würden einen jährlichen verpflichtenden Video-Call akzeptieren
- 93,6 Prozent sind zahlungsbereit, wenn der Preis fair bleibt
Doch die Toleranz für Hürden ist minimal. Die drei größten Abschreckungsfaktoren sind Entfernung zur Praxis, Wartezeit auf Termin und Preis. Für fast die Hälfte der Befragten (44,9 Prozent) scheitert die Versorgung bereits an Hürden von wenigen Euro Mehrkosten oder mehr als 3 Kilometern Umweg.
Die Regeln, die jetzt diskutiert werden, gefährden genau das, was funktioniert. Sie treffen nicht nur Plattformen wie MCOS, sondern Menschen, die ohnehin jeden Tag kämpfen, um stabil durchzukommen.
Wie wir bei MedCanOneStop damit umgehen
Wir könnten Dir jetzt einfach sagen „Mach Dir keine Sorgen“. Das wäre nicht ehrlich. Es gibt reale Risiken: höhere Preise, mehr Aufwand, mehr Hürden für Patienten auf dem Land oder mit eingeschränkter Mobilität.
Trotzdem sehen wir drei Dinge sehr klar:
- Du wirst medizinisches Cannabis auch in Zukunft bekommen können.
Die Politik will regulieren, nicht abschaffen. Es geht um strengere Leitplanken.
- Digitale Versorgung bleibt notwendig.
Deutschland hat weder genug Ärzte noch genug barrierefreie Praxen, um alles ausschließlich vor Ort abzubilden. Telemedizin wird ein fester Teil der Versorgung bleiben, auch wenn die Regeln enger werden.
- Hybride Lösungen sind die Zukunft.
Präsenz dort, wo es medizinisch sinnvoll und rechtlich vorgeschrieben ist. Digitale Begleitung dort, wo sie Leben leichter macht.
Hybridversorgung als einzige ehrliche Antwort
Die Zukunft wird gemischt sein, weil die Realität gemischt ist.
Wir sehen das täglich: Für Diagnostik und komplexe Entscheidungen kann ein persönliches Gespräch extrem wertvoll sein. Für Routineverordnungen, Verlaufsdokumentation und Fragen zu Nebenwirkungen ist Telemedizin oft der einzige Weg, wie Menschen überhaupt dranbleiben können.
Deutschland hat nicht genug Ärzte, nicht genug barrierefreie Praxen und nicht genug strukturierte Angebote, um alles ausschließlich in Präsenz abzubilden. Das ist Fakt.
Deshalb setzen wir bei MedCanOneStop auf Hybridversorgung: Präsenz, wo sie rechtlich vorgeschrieben und medizinisch sinnvoll ist. Digitale Begleitung, wo sie Wege verkürzt, Ängste nimmt und den Alltag für Dich einfacher macht.
Du sollst nicht in einer Grauzone leben müssen, nur weil die Realität und der Gesetzestext nicht zusammenpassen. Deshalb arbeiten wir bei MedCanOneStop an Systemen, die beides verbinden.
Wie wir Deine Versorgung jetzt schon absichern
Wir wollen Dir nichts versprechen, was wir nicht halten können. Wir können Dir ehrlich sagen, woran wir arbeiten:
- Wir bauen gerade Strukturen, die Ärzte, die bereit sind, verantwortungsvoll mit medizinischem Cannabis zu arbeiten, besser mit Patienten vernetzen.
- Wir denken Plattform so, dass Präsenz und Telemedizin ineinandergreifen können. Persönliche Untersuchung, digitale Verlaufsbegleitung, klare Dokumentation.
- Wir beziehen Apotheken bewusst ein. Viele sogenannte „Versandapotheken“ sind ganz normale Stadtteil- oder Bahnhofsapotheken, die zusätzlich Versandstrukturen aufgebaut haben. Sie sind ein wichtiger Teil der Versorgungskette.
- Wir entwickeln Systeme, die Abholung, Botendienst, Verfügbarkeit und Transparenz auch in einer Welt ohne klassischen Blütenversand abbilden können.
Kurz gesagt: Wir stellen uns darauf ein, dass die Regeln strenger werden. Gleichzeitig bauen wir die Brücken, die Du in dieser neuen Lage brauchen wirst.
Was Du heute für Dich mitnehmen kannst
Vielleicht fühlst Du Dich nach all dem erst einmal müde. Noch ein Gesetz. Noch eine Debatte. Noch mehr Unsicherheit. Das ist absolut nachvollziehbar.
Ein paar Dinge sollen bei Dir trotzdem klar hängen bleiben:
Deine Versorgung läuft weiter
Der Bundesrat entscheidet am 21. November nicht darüber, ob Du nächste Woche noch Dein Rezept bekommst. Er entscheidet über Empfehlungen. Danach kommen Bundestag, finale Abstimmung, Bundesgesetzblatt und Übergangsfristen. Rezepte, Telemedizin, Versand von Blüten funktionieren heute noch im bisherigen Rahmen. Es gibt keinen heimlichen, sofortigen Schnitt.
Die Realität vs. die Politik
Unsere Daten zeigen klar: Es ist kein persönliches Versagen, wenn Du keinen Arzt findest, der Dich ernst nimmt oder Dir in vertretbarer Zeit einen Termin gibt. Das ist ein Strukturproblem, kein Charakterproblem. Das wissen wir aus erster Hand, und aus fast 10.000 Antworten.
Wir bereiten uns vor
Wir warten nicht ab, bis eine PDF im Bundesgesetzblatt landet. Wir bauen jetzt schon an Systemen für Ärzte, Apotheken und Patienten, die mit den neuen Regeln funktionieren. Das wird nicht über Nacht perfekt sein, wird aber verdammt viel besser sein, als einfach von Änderung zu Änderung zu stolpern.
Du darfst kritische Fragen stellen
Es ist Dein gutes Recht zu fragen, warum Preise steigen sollen, obwohl der Markt endlich effizient arbeitet. Warum Versorgungswege erschwert werden, obwohl die Evaluation zeigt, dass der Schwarzmarkt sinkt. Warum Telemedizin beschnitten wird, obwohl Präsenzkapazitäten fehlen.
Wie es jetzt weitergeht
Die nächsten Schritte im Verfahren sehen voraussichtlich so aus: Bundesrat am 21. November mit Abstimmung über die Empfehlungen der Ausschüsse, dann Beratungen im Bundestag und Ausschüssen mit der Möglichkeit, Änderungen einzubauen, und eine erneute Befassung des Bundesrats.
Wir werden diese Schritte eng begleiten und verständlich für Dich einordnen. Nicht im Stil von Alarm, sondern so: Hier ist die Lage, hier sind die Konsequenzen, hier sind Deine Optionen.
Unser Ziel bleibt dasselbe wie vor der Gesetzesänderung: Sichere, zugängliche, digitale und rechtssichere Versorgung für alle, die Cannabis als Medizin brauchen.
Was Du jetzt tun kannst
Bleib informiert. Wir werden Dich über jeden wichtigen Schritt im Verfahren auf dem Laufenden halten. Abonniere unseren Newsletter, wenn Du keine Updates verpassen willst.
Dokumentiere Deine Situation. Wenn Du zu den Patienten gehörst, für die Telemedizin der einzige Weg ist, oder für die höhere Preise das Therapieende bedeuten würden, teile das. Deine Geschichte zählt. Politiker müssen verstehen, was ihre Entscheidungen real bedeuten.
Nutze die rechtssicheren digitalen Wege, solange sie verfügbar sind. Das aktuelle System funktioniert, ist legal und ärztlich begleitet. Es gibt keinen Grund, jetzt in Panik zu verfallen oder auf unsichere Alternativen auszuweichen.
Und vor allem: Keine Schwarz-weiß-Reaktionen, kein Aktionismus. Deine Versorgung läuft weiter. Wir arbeiten im Hintergrund daran, dass sie auch morgen noch läuft.
Kurz-FAQ zum aktuellen Stand
Gilt das neue Gesetz schon?
Nein. Aktuell gilt weiterhin die Rechtslage nach dem bestehenden MedCanG. Der Kabinettsentwurf ist eine Vorlage. Der Bundesrat berät am 21.11. über Empfehlungen. Danach ist der Bundestag am Zug, bevor irgendetwas in Kraft tritt.
Heißt Versandverbot, dass meine Versorgung zusammenbricht?
Der Entwurf richtet sich gegen den klassischen Versandhandel für Blüten. Abholung in der Apotheke und apothekeneigener Botendienst bleiben möglich. Wie genau das am Ende formuliert wird, entscheidet sich im weiteren Verfahren.
Werden die Preise wieder deutlich steigen?
Wenn die Vorschläge zur Arzneimittelpreisverordnung eins zu eins übernommen werden, wird der Spielraum für Preiswettbewerb kleiner. Das kann höhere Preise bedeuten, vor allem für Selbstzahler. Wir werden weiter alles daran setzen, Dir Transparenz über Präparate, Apotheken und Prozesse zu geben, auch wenn die Preisspanne schmaler wird.
Was macht MedCanOneStop in dieser Phase konkret?
Wir informieren, übersetzen und bauen parallel Strukturen. Für Dich als Patienten, für Apotheken und für Ärztinnen und Ärzte, die medizinisches Cannabis verantwortungsvoll einsetzen wollen. Unser Maßstab ist Deine Versorgung. Nicht die einfachste Regelung für Behörden. Nicht die bequemste Sicht der Politik. Sondern Deine reale, alltägliche Versorgung.
Ein letzter Gedanke
Vielleicht hast Du Jahre gebraucht, um überhaupt hierher zu kommen.
Vielleicht hast Du Ärzte erlebt, die Dich nicht ernst genommen haben.
Vielleicht hast Du Dich geschämt, überhaupt nach Cannabis zu fragen.
Vielleicht warst Du im Schwarzmarkt unterwegs und hast Dich dabei unsicher gefühlt.
Vielleicht hast Du Angst, dass jetzt alles wieder wegbricht.
Diese Angst ist real. Und sie ist berechtigt.
Aber hier ist auch eine Wahrheit: 9.583 Menschen haben ihre Geschichte geteilt. Das ist keine stille Minderheit mehr. Das ist eine Stimme, die zu laut ist, um ignoriert zu werden. Eure Daten zeigen glasklare Muster. Eure Erfahrungen widerlegen politische Narrative. Eure Existenz ist der Beweis, dass das System funktionieren KANN, wenn man es lässt.
Die Politik hat die Wahl: Sie kann auf die Realität von fast zehntausend Menschen hören. Oder sie kann Gesetze machen, die diese Realität ignorieren, und dann zusehen, wie genau das passiert, was niemand will: Schwarzmarkt-Wachstum, Qualitätsverlust, Rekriminalisierung.
Nächste Woche wird nicht das Ende der Geschichte sein. Egal wie der Bundesrat am 21. November entscheidet. Der Prozess geht weiter: Bundestag, Anhörungen, Übergangsfristen. Und in jedem dieser Schritte werden Deine Daten, Deine Stimme, Deine Realität eine Rolle spielen.
Du hast schon so viel durchgestanden, um hierher zu kommen. Das hier ist ein weiterer Moment der Unsicherheit, aber es ist nicht das Ende.
Wir sehen Dich. Wir hören Dich. Und wir vergessen nicht, worum es hier wirklich geht: Menschen, die einfach nur in Ruhe gesund werden wollen.