MedCanG-Reform: Aktueller Stand und Fahrplan 2026

Home /  Blog /  News / Artikel

MedCanG-Reform: Aktueller Stand und Fahrplan 2026

2026-07-01

Kennst Du das? Du scrollst durch die News, siehst wieder Schlagzeilen zur Cannabis-Reform und fragst Dich: Ist jetzt ernsthaft meine Medizin in Gefahr? Die, für die ich jahrelang gekämpft habe, für die ich Ärzte überzeugen, Anträge stellen und Rückschläge aushalten musste?

Wir kennen dieses Gefühl. Und wir wissen: Wenn es direkt um Deine Versorgung geht, willst Du wirklich wissen, was Sache ist. 

Deshalb nehmen wir Dich jetzt an die Hand und schauen uns gemeinsam an, wo die MedCanG-Reform gerade wirklich steht, warum sich seit Monaten so wenig tut und was das für Deinen Alltag als Patient bedeutet. 

Vorab: Erstmal ändert sich für Dich nichts. Deine gewohnte Therapie bleibt nach wie vor zu 100 % legal.

TL;DR

  • Status: Die MedCanG-Reform steckt fest. Union und SPD finden keinen Kompromiss.
  • Ziel der Reform: Ein Versandverbot für Cannabisblüten sowie die Pflicht zum persönlichen Arztkontakt bei Erst- und Folgerezepten werden diskutiert.
  • Bisher: Die erste Lesung und öffentliche Anhörung von Sachverständigen ist durch. Der Entwurf hängt seither im Gesundheitsausschuss fest und es ist keine Einigung in Sicht.
  • Fahrplan: Die zweite und dritte Lesung im Bundestag stehen noch aus. Dafür braucht es aber zuerst einen politischen Kompromiss der Koalition.
  • Für Dich als Patient bedeutet das: Es ändert sich erstmal nichts! Deine Versorgung bleibt zu 100 % legal. Wir setzen uns weiter für Dich ein und auch die SPD positioniert sich für den Erhalt von Telemedizin und Versand von medizinischen Cannabisblüten.

Die Reform steckt fest, ist aber nicht gescheitert

Fangen wir mit dem aktuellen Stand an. Die MedCanG-Reform sollte eigentlich schon längst durch sein. Ursprünglich war angepeilt, sie vor der Sommerpause abzuschließen. Das ist jetzt vom Tisch, da sich die Koalition seit Monaten nicht einig wird. 

Die Union und die SPD können bei zentralen Fragen der Reform keinen Konsens finden. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) treibt die Verschärfungen voran, insbesondere das Versandverbot für Cannabisblüten und die Pflicht zum persönlichen Arztkontakt. Die SPD dagegen verteidigt öffentlich den Status quo. Sie will Telemedizin und Versandhandel erhalten und lehnt den Entwurf in dieser Form ab. 

Zusätzlichen Druck brachte der CDU-Parteitag im Februar 2026 in Stuttgart. Dort sprach sich die Union für eine vollständige Rücknahme der Cannabis-Teillegalisierung aus. Ein Parteitagsbeschluss hat zwar keine direkte Gesetzeswirkung, erhöht aber den Druck innerhalb der CDU, insbesondere auf Warken.

Dabei liefern die bisherigen Fakten wenig Anlass für Panik. Der EKOCAN-Zwischenbericht, der die Cannabis-Teillegalisierung wissenschaftlich begleitet und bewertet, zeigt, dass bislang keines der gefürchteten Szenarien eintritt. Es konsumieren nicht mehr Jugendliche und es findet kein Anstieg der Kriminalität statt. Dennoch bleibt die politische Debatte hitzig. 

Das Ergebnis: Der Gesetzesentwurf steckt seit Monaten im Gesundheitsausschuss fest und es ist keine Einigung in Sicht. Solange gilt für Dich als Patient die aktuelle Rechtslage.

Was die Reform vorsieht

Damit Du weißt, worüber genau gestritten wird, hier die zentralen Punkte der MedCanG-Reform: 

  • Versandverbot für Cannabisblüten: Apotheken sollen medizinische Cannabisblüten nicht mehr per Post verschicken dürfen. Nur noch Abholung und Botendienst sollen möglich sein.
  • Persönlicher Arztkontakt bei der Erstverschreibung: Ein reines Online-Erstgespräch soll für ein Cannabisrezept nicht mehr ausreichen.
  • Persönlicher Arztkontakt bei Folgerezepten: Mindestens einmal pro Quartal soll ein persönlicher Arztbesuch stattfinden.

Das Ziel des Gesundheitsministeriums ist Missbrauchsbekämpfung. Kritiker wie Teile der SPD bemängeln, dass diese Regelungen den Zugang für Menschen erschweren, die auf eine unkomplizierte Versorgung angewiesen sind.

Der Fahrplan bisher

Damit Du nachvollziehen kannst, wie es überhaupt so weit kam, zeigen wir Dir hier die bisherigen Stationen der Reform. Zu den wichtigsten Terminen haben wir ausführlich berichtet. Klicke einfach auf die Links, um mehr zu erfahren.

  • Sommer 2025: Das Bundesgesundheitsministerium legt den Referentenentwurf zur MedCanG-Novelle vor. Ein Referentenentwurf ist der erste offizielle Entwurf eines Gesetzes, der innerhalb eines Ministeriums erstellt wird.
  • 8. Oktober 2025: Das Bundeskabinett beschließt den überarbeiteten Gesetzesentwurf. Damit wird der Referentenentwurf zum Regierungsentwurf und kann an den Bundestag weitergeleitet werden.
  • 18. Dezember 2025: Erste Lesung im Bundestag. Sie dient dazu, den Gesetzesentwurf offiziell in das parlamentarische Verfahren einzubringen. Der Gesetzesentwurf wird debattiert und am Ende der Debatte wird der Entwurf an einen oder mehrere Fachausschüsse überwiesen, wo die eigentliche Detailarbeit beginnt. Wir haben über die erste Lesung im Bundestag berichtet.
  • 14. Januar 2026: Öffentliche Anhörung im Gesundheitsausschuss. 22 Sachverständige nehmen Stellung und beraten Experten im Bundestag zum Gesetzesentwurf. Hier findest Du unsere Zusammenfassung der Anhörung.
  • 23. Februar 2026: Die Patienten-Petition mit über 58.000 Unterstützenden wird offiziell im Petitionsausschuss beraten.
  • Stand heute: Der Entwurf (Drucksache 21/3061) liegt weiterhin im Gesundheitsausschuss. Eine Abstimmung im Bundestagsplenum wurde bisher nicht angesetzt.

Es ist also schon einiges passiert. Allerdings lässt die entscheidende Abstimmung auf sich warten, da Uneinigkeiten in der Koalition herrschen. Wir sehen allerdings, dass bisher nichts beschlossen wurde. Der Entwurf befindet sich nach wie vor in der Beratungsphase, in der über einzelne Details verhandelt wird. Genau das ist der Grund, warum die Reform heute noch nicht fertig ist. Es gibt einfach keinen Kompromiss, auf den sich Union und SPD einigen könnten. Und dadurch gibt es auch keinen Zeitplan, wann und in welcher Form das Gesetz kommt.

Der Fahrplan ab jetzt

Bis das Gesetz in Kraft treten kann, müssen noch drei Schritte erfolgen.

Der erste Schritt ist die zweite Lesung im Bundestag. Hier wird der Entwurf, inklusive aller Änderungsanträge des Gesundheitsausschusses, im Plenum debattiert. Am Ende der zweiten Lesung wird über diese Änderungsanträge abgestimmt. 

Direkt im Anschluss erfolgt meistens noch am selben Tag die dritte Lesung. Sie ist die Schlussabstimmung über den Gesetzesentwurf in seiner möglicherweise geänderten Fassung. Erst hier fällt die eigentliche Entscheidung: Nimmt der Bundestag das Gesetz an oder nicht?

Anschließend muss sich der Bundesrat noch einmal mit dem beschlossenen Gesetz befassen, bevor es verkündet wird und in Kraft treten kann.

Der Haken an der Sache ist: Die zweite und dritte Lesung finden normalerweise am selben Tag statt. Dafür muss sich aber die Koalition vorher einig sein. Ohne einen politischen Kompromiss zwischen Union und SPD ergibt es keinen Sinn, überhaupt eine Abstimmung anzusetzen. Das Risiko einer Niederlage ist zu hoch. 

Realistisch lässt sich einschätzen, dass vor der Sommerpause nichts mehr passiert, dafür ist es jetzt schon zu spät. Die Bundestags-Sitzungswochen im Herbst 2026 sind somit das nächstmögliche Zeitfenster. Aufgrund der bisherigen Verzögerungen ist aber selbst das eher der frühestmögliche als der wahrscheinlichste Termin. Realistischer erscheint eine Entscheidung im Spätherbst oder Winter 2026, sofern sich die Union und SPD bis dahin auf einen Kompromiss einigen. Bis dahin bleibt die aktuelle Rechtslage bestehen.

Was bedeutet das für Dich als Patient?

Für Dich ändert sich aktuell nichts. Deine Therapie, Dein Zugang über Telemedizin und der Versand Deiner Medikamente bleiben weiterhin zu 100 % legal. Es gibt also noch keinen Grund zur Sorge.

Und das Gute ist: Deine Sorgen werden erhört! Innerhalb der Koalition setzt sich die SPD öffentlich dafür ein, dass Telemedizin und Versandhandel erhalten bleiben, um den Zugang zu Medizinalcannabis nicht zu erschweren. Die politische Debatte ist also keineswegs einseitig. 

Zudem kämpfen wir bei MedCanOneStop für Deine Rechte. Wir beobachten das Verfahren genau und berichten für Dich. Aber wir bleiben kein stiller Zuschauer. Bei der öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss am 14. Januar 2026 in Berlin waren wir vor Ort, um die Argumente aus erster Hand mitzuverfolgen. Und wir werden auch bei den nächsten wichtigen Terminen dabei sein.

Du kannst also erwarten, dass wir Dich auf dem Laufenden halten und uns weiterhin dafür einsetzen, dass Deine Stimme als Patient in diesem Verfahren gehört wird.

50 MedCan PUNKTE WARTEN AUF DICH

Registriere Dich für unseren Newsletter, um die neuesten Updates von MedCanOneStop zu erhalten.