Kennst Du das? Du hast Deine Medikation wie gewohnt eingenommen. Gleiche Sorte, gleiche Dosierung, gleicher Zeitpunkt. Trotzdem bleibt die erwünschte Wirkung aus. Die Schmerzen kommen zurück, der Schlaf bleibt unruhig. Etwas stimmt nicht, obwohl der Name auf dem Etikett identisch ist.
Die bittere Erkenntnis: Der Name auf der Dose ist keine Garantie für die Wirkung. Doch woran liegt das? Und wie holst Du Dir gemeinsam mit Deinem Arzt die Kontrolle über Deine Therapie zurück?
Wir zeigen Dir in diesem Beitrag, wie Du gemeinsam mit Deinem Arzt systematisch zur passenden Cannabissorte für Deine Therapie kommst und worauf es dabei wirklich ankommt.
Dabei führen wir Dich Schritt für Schritt durch einen klaren 4-Schritte-Leitfaden.
TL;DR
Jede Charge ist ein Unikat: Medizinische Cannabisblüten sind kein standardisiertes Industrieprodukt. Als Naturprodukt können sich Chargen trotz pharmazeutischer Qualitätsstandards unterscheiden (Chargen-Varianz).
Ärztliche Entscheidungshoheit: Die finale Auswahl und Verordnung der passenden Cannabissorte obliegt ausschließlich Deinem behandelnden Arzt. Du kannst lediglich hochwertige Informationen zur Verfügung stellen, um die ärztliche Entscheidung bestmöglich zu unterstützen.
Daten statt Vermutungen: Um die natürliche Unsicherheit eines Naturprodukts einzugrenzen, sind Analysezertifikate (CoA) die wichtigste Grundlage. Zusammen mit Deinem Therapietagebuch ermöglichen sie Deinem Arzt fundierte Therapieentscheidungen.
Shared Decision Making: Durch das Sammeln eigener Behandlungsdaten schaffst Du die optimale Basis, um gemeinsam mit Deinem Arzt eine möglichst passende Medikation für Deine Beschwerden zu finden.
Medizinisches Cannabis als Rezepturarzneimittel: Warum keine Sorte wie die andere ist
Medizinisches Cannabis ist ein lebendiges Naturprodukt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten wie Kopfschmerztabletten unterliegen Medizinalcannabisblüten in ihrer Zusammensetzung natürlichen Schwankungen. Während klassische Tabletten als Fertigarzneimittel industriell massengefertigt werden und exakt identisch sind, werden Medizinalcannabisblüten häufig als Rezepturarzneimittel eingeordnet – mit schwankenden chemischen Profilen, die durch individuelle Bedingungen im Anbau und in der Verarbeitung entstehen. Das Ergebnis ist eine sogenannte Chargen-Varianz.
Das heißt: Selbst wenn der Name auf dem Etikett identisch bleibt, kann die Wirkstoffzusammensetzung von Ernte zu Ernte variieren. Pharmazeutische Qualität stellt hier zwar Reinheit und Sicherheit der Blüten sicher, kann jedoch keine vollständig identische Wirkung über verschiedene Chargen hinweg gewährleisten.
Für Dich als Patient bedeutet das: Jede neue Charge ist ein Unikat und sollte in der Praxis wie eine neue Ausgangssituation für Deine Therapie eingeordnet werden. Das erschwert die Suche nach einer passenden Cannabissorte erheblich, da selbst altbewährte Sorten in ihren therapeutischen Eigenschaften von Charge zu Charge variieren können. Gleichzeitig zeigt sich, dass vereinfachte genetische Einteilungen wie Indica und Sativa für die medizinische Einordnung nur begrenzt aussagekräftig sind. Warum das so ist, erklären wir Dir in unserem Beitrag „Genetik ist mehr als Indica und Sativa“.
Die Kunst der Therapie: Unsicherheit mit Daten begegnen
Bei medizinischem Cannabis ist auf Sortennamen allein kein Verlass, um die therapeutische Wirkung sicher vorherzusagen. Wenn die gewohnte Sorte plötzlich nicht mehr die gewünschte Linderung bringt oder sich die Nebenwirkungen verändern, fühlt sich das für viele Patienten wie ein Kontrollverlust an.
Eine der wichtigsten Möglichkeiten, der natürlichen Unsicherheit der Chargen-Varianz zu begegnen, sind Daten über Deine Therapie.
Indem Du Deine Therapie systematisch dokumentierst, schaffst Du eine fundierte Grundlage für die Einordnung Deiner Behandlung. Was hast Du eingenommen? In welcher Dosierung? Zu welchem Zeitpunkt? Welche Wirkung ist eingetreten?
Diese Informationen helfen Dir, Muster zu erkennen, und sie ermöglichen Deinem Arzt, fundierte Entscheidungen auf Basis von Behandlungsdaten zu treffen. Zur Vorbereitung für diesen Austausch findest Du hier unsere 17 Fragen für das Arztgespräch.
Entwickle ein besseres Verständnis für Deine eigene Therapie: Da jede Charge variiert, kommt der sauberen Dokumentation Deiner Therapie besondere Bedeutung zu, um langfristig herauszufinden, was für Dich funktioniert und was nicht.
Shared Decision Making: Dein Patiententagebuch als Brücke zum Arzt
Die Entscheidung über Deine Medikation liegt rechtlich bei Deinem Arzt. Gleichzeitig gilt: Dein Arzt kann nur so gut entscheiden, wie die Informationen sind, die ihm zur Verfügung stehen.
Hier setzt das sogenannte Shared Decision Making an [1]. Dein Arzt bringt dabei das medizinische Fachwissen, Erfahrung und die Entscheidungshoheit mit. Du bringst Deine Erfahrungen aus Deinem Alltag mit sowie Dein Patiententagebuch. Durch die gemeinsame Datengrundlage können Muster erkannt werden, damit Schritt für Schritt eine Therapie entsteht, die möglichst gut zu Dir passt.
So können Schritt für Schritt belastbare Muster erkennbar werden:
Welches Wirkstoffprofil scheint Dir besonders gut zu helfen?
Welche Dosierung schlägt wie an?
Welche Eigenschaften von Chargen erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen?
Patienten-Leitfaden: In 4 Schritten zur passenden Cannabissorte
Die Suche nach der passenden Sorte ist ein fortlaufender Prozess. Die finale Entscheidung über die Verordnung liegt immer bei Deinem Arzt. Mit diesem Leitfaden möchten wir Dich darauf vorbereiten, diesen Prozess aktiv zu begleiten. Statt Dich auf Sortennamen oder Halbwissen zu verlassen, siehst Du jetzt, worauf es wirklich ankommt.
Schritt 1: Deine Zielwirkung definieren
Der wichtigste Punkt ist die gewünschte Wirkung: Was genau soll das Medikament bei Dir bewirken? In der Cannabistherapie gilt der Grundsatz: Sorte folgt dem Ziel der Behandlung. Folgende Faktoren wirken auf die Definition der Zielwirkung ein:
Symptom: Welches Symptom steht im Vordergrund? Wie sind die genauen Modalitäten? Ist es ein chronisches oder akut auftretendes Symptom? Welche Form der Linderung ist erwünscht?
Zeitfaktor: Wann soll die Wirkung eintreten? Wie lange anhalten? Soll die Wirkung während der Arbeit eintreten, während Konzentrationsvermögen erhalten bleibt?
Nur anhand eines definierten Ziels können Du und Dein Arzt bewerten, inwiefern die Medikation dem definierten Ziel entsprochen hat. In Deinem Patiententagebuch kannst Du daher nach jeder Anwendung notieren, inwiefern die Zielwirkung erreicht wurde, beispielsweise auf einer Skala von 1 bis 10. Diese strukturierten Angaben erleichtern es Deinem Arzt, die Therapie einzuschätzen.
Schritt 2: Cannabinoidprofil verstehen
Sobald das Therapieziel feststeht, ist die grobe Auswahl der Inhaltsstoffe häufig der erste Schritt. In der modernen Cannabistherapie blicken wir dabei zunächst auf die Cannabinoide. Als primäre Wirkstoffe bilden sie das Fundament Deiner Medikation.
THC (Tetrahydrocannabinol) ist das primär psychoaktive Cannabinoid und wird häufig mit der psychoaktiven Wirkung von Cannabis in Verbindung gebracht. In der medizinischen Anwendung wird THC unter anderem im Kontext von chronischen Schmerzen, Muskelspastiken oder Appetitregulation eingesetzt [2]. Wie THC im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen eingeordnet wird, zeigen wir Dir in unserem Beitrag „Cannabis bei chronischen Schmerzen”.
CBD (Cannabidiol) wirkt hingegen nicht berauschend. Studien liefern Hinweise darauf, dass CBD das Gesamtwirkprofil tendenziell moduliert, also in gewisse Richtungen lenkt. So kann es die Affinität (so etwas wie die Bindungsstärke) von THC zum CB1-Rezeptor beeinflussen und damit das Risiko für Nebenwirkungen wie Angstzustände oder Herzrasen verändern [3]. In der Praxis wird CBD daher häufig im Zusammenhang mit der Verträglichkeit diskutiert.
Zwei Faktoren spielen beim Cannabinoidprofil die Hauptrolle:
Das Verhältnis (Ratio): Ein ausgewogenes Verhältnis beider Cannabinoide (z. B. 1:1) wird häufig mit einer besseren Verträglichkeit im Alltag in Verbindung gebracht [4]. THC-dominante Profile werden häufiger im Zusammenhang mit starken Symptomen diskutiert, während CBD-dominante Sorten tendenziell mit einer milderen, weniger psychoaktiven Wirkung verbunden sind. Mit steigendem THC-Anteil erhöht sich statistisch auch das Risiko für Nebenwirkungen [5]. Lies hier mehr über die allgemeinen Risiken und Nebenwirkungen einer Cannabistherapie.
Absolute Wirkstoffmenge: Für Deine Therapie ist die Dosis pro Anwendung (in Milligramm) entscheidend. Höhere Wirkstoffgehalte erschweren die präzise Dosierung (Titration) im niedrigen Bereich [6]. Gleichzeitig werden höhere THC-Mengen in der Literatur vermehrt mit Nebenwirkungen wie Unruhe, Angst oder paranoiden Gedanken in Verbindung gebracht.
Die Suche nach einem passenden Cannabinoidprofil ist der erste Schritt zur Analyse des chemischen Profils der medizinischen Cannabisblüten. Sie dient als grobe Eingrenzung und erste Orientierung
Schritt 3: Terpenprofil zur Feinabstimmung
Neben den Cannabinoiden enthält die Cannabispflanze eine Vielzahl sogenannter Terpene. Diese pflanzlichen Aromastoffe sind für Geruch und Geschmack verantwortlich und prägen somit, ob eine Blüte eher fruchtig, erdig oder würzig riecht. In der modernen Cannabistherapie rücken Terpene jedoch zunehmend in den Fokus, da sie das Wirkprofil der Cannabinoide mitbeeinflussen können [7].
In der Forschung wird dieser potenzielle Synergieeffekt als Entourage-Effekt diskutiert. Er beschreibt die Annahme, dass die Gesamtheit aller Inhaltsstoffe in Cannabisblüten Wirkweisen entfalten kann, die isolierte Einzelstoffe so nicht zeigen [8]. Dieser Zusammenhang ist allerdings noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt. Mehr Details dazu findest Du in unserem Guide über Terpene und ihre Wirkung.
Für Deine Therapie bedeutet das: Terpene liefern zusätzliche Informationen über das chemische Profil Deiner Medikation. Während Cannabinoide oft die Grundlage der ärztlichen Einschätzung bilden, unterscheiden sich Blüten mit ähnlichen Cannabinoidprofilen häufig in ihrem Terpenprofil.
In der Praxis zeigt sich: Zwei Blüten mit vergleichbarem Cannabinoidgehalt können subjektiv unterschiedlich wahrgenommen werden. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf THC- und CBD-Werte zu schauen, sondern das Gesamtprofil im Blick zu behalten. Achte in Deinem Patiententagebuch gezielt darauf, wie sich unterschiedliche Blüten für Dich anfühlen. Diese Beobachtungen können Deinem Arzt helfen, die Therapie weiter einzugrenzen.
Schritt 4: Chemovar und Analysezertifikat richtig einordnen
Für die Cannabistherapie greifen Sortennamen zu kurz. Namen wie „Gorilla Glue“ oder „Girl Scout Cookies“ sind für die notwendige medizinische Präzision nicht ausreichend. In der modernen Cannabistherapie rücken daher Chemovare (chemische Varietäten) in den Fokus [9].
Eine zentrale und verlässliche Quelle für diese chemischen Profile ist das Analysezertifikat, auch CoA (Certificate of Analysis) genannt. Ein solches Laborprotokoll wird für jede einzelne Charge von medizinischen Cannabisblüten erstellt. In unserem Beitrag „Cannabis-Zertifikate entschlüsselt” zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du diese Dokumente liest.
Das CoA dient Deinem Arzt als objektives Gegenstück zu Deinem subjektiven Patiententagebuch. Du lieferst die Erfahrungen, die Du mit jeder Sorte machst. Dein Arzt liest parallel das CoA und überprüft das Cannabinoid- sowie Terpenprofil der vorliegenden Charge. Gemeinsam könnt Ihr dann besser einordnen, welche chemischen Profile bei Dir tendenziell gut funktionieren. So kann die Suche nach einer passenden Sorte strukturierter und datenbasiert erfolgen.
Das ist der grundlegende Mechanismus, wie Cannabispatienten zusammen mit ihren behandelnden Ärzten passende Cannabissorten bzw. chemische Profile besser einordnen können.
Warum jede Charge zählt: Realität der Analysezertifikate
Ein Analysezertifikat (CoA) ist eine Momentaufnahme der aktuellen Charge. Für jede einzelne Ernte bzw. Charge wird ein eigenes CoA erstellt. Sobald eine Charge abverkauft ist, ändern sich also auch die Daten im CoA entsprechend den Inhaltsstoffen der nächsten Charge.
Somit beschreibt das CoA nur die vorliegende Charge, nicht die Sorte an sich. In der Praxis kann das dazu führen, dass zwei CoAs derselben Sorte große Unterschiede in ihrer Inhaltsstoffzusammensetzung aufweisen.
Dem liegen kleinste Abweichungen in den Anbauparametern zugrunde, die schlussendlich zu relevanten Unterschieden in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe führen können.
Das kann die ärztliche Verordnung und Einschätzung komplexer machen, da jede Charge individuell ist. Das ist der Grund, warum eine iterative Anpassung nötig ist: ein kontinuierlicher Prozess des Abgleichs zwischen neuen Laborwerten und Deinen Rückmeldungen aus dem Patiententagebuch.
Fazit: Individualität ist die Stärke der Cannabistherapie
Wie Du gesehen hast, ist eine Cannabistherapie maßgeblich davon geprägt, Sicherheit im Umgang mit der bestehenden Unsicherheit zu entwickeln. Es geht darum, im Verlauf der Behandlung die eigene Medikation immer besser zu verstehen, anstatt sich auf klangvolle Sortennamen zu verlassen.
Der grundlegende Mechanismus zur iterativen Anpassung Deiner Therapie lässt sich wie folgt beschreiben:
Verordnung: Dein Arzt verordnet eine Sorte bzw. ein Wirkstoffprofil basierend auf Deinen therapeutischen Zielen.
Dokumentation: Du hältst Deine subjektiven Erfahrungen (Wirkung, Nebenwirkung, Intensität) konsequent im Patiententagebuch fest.
Analyse: Dein Arzt gleicht diese Erfahrungen mit den objektiven Daten des Analysezertifikats (CoA) der spezifischen Charge ab.
Optimierung: Auf Basis dieser Muster wird die nächste Verordnung präziser, bis ein möglichst gut passendes chemisches Profil für Deine Bedürfnisse gefunden ist.
Diese Individualität mag die Therapie zu Beginn komplex aussehen lassen. Sie ist jedoch zugleich die größte Stärke der Cannabistherapie: Sie ermöglicht eine individuell auf Deine Bedürfnisse abgestimmte Therapie.
FAQ
Kann ich mir meine medizinische Cannabissorte selbst aussuchen?
Rechtlich gesehen nein. Die Entscheidungshoheit und die Verantwortung für die Verordnung liegt allein bei Deinem behandelnden Arzt. Du kannst diesen Prozess jedoch unterstützen, indem Du strukturierte Daten aus Deinem Patiententagebuch vorlegst und möglichst präzise und vollständige Angaben an Deinen Arzt machst.
Was ist wichtiger: THC oder Terpene?
Beide Komponenten sind miteinander verbunden. Dabei prägt das Profil von Cannabinoiden grundsätzlich die Wirkung, während sie potenziell durch Terpene feiner abgestimmt werden kann.
Warum wirkt die gleiche Cannabissorte unterschiedlich?
Das liegt an der natürlichen Chargen-Varianz. Da Cannabis ein Naturprodukt ist, können bereits kleine Abweichungen beim Anbau, Ernte oder Lagerung zu Veränderungen im chemischen Profil der Cannabisblüten führen. Das Analysezertifikat (CoA) macht diese Unterschiede sichtbar, auch wenn der Name auf der Dose identisch bleibt.
Woher bekomme ich das Analysezertifikat (CoA) für meine Blüten?
Jede Charge, die über Apotheken vertrieben wird, verfügt über ein CoA. Du kannst Deine Apotheke bei der Bestellung oder Abholung einfach danach fragen. Viele spezialisierte Anbieter stellen die Zertifikate sogar direkt online zur Verfügung.
Woher finde ich heraus, welches Cannabinoidprofil zu mir passt?
Das passende Cannabinoidprofil ergibt sich aus der praktischen Anwendung und ärztlichen Begleitung. Entscheidend ist, wie Du auf Deine Medikation reagierst.
Daher kann es sinnvoll sein, Wirkung, Nebenwirkung und Intensität systematisch zu dokumentieren. In Kombination mit dem Analysezertifikat der jeweiligen Charge kann Dein Arzt Schritt für Schritt erkennen, welche Profile für Dich tendenziell gut geeignet sind.
Wie lange dauert es, die passende Cannabissorte zu finden?
Die passende Cannabissorte zu finden, ist ein kontinuierlicher Prozess. Da jede Charge variieren kann, erfolgt dieser Prozess in kleinen, kontrollierten Schritten. Ziel ist es, ein möglichst stabiles Wirkprofil zu erreichen.
Kann ich meine Therapie selbst anpassen?
Eigenständige Anpassungen ohne Rücksprache mit Deinem behandelnden Arzt sind nicht empfehlenswert. Änderungen der Sorte, Dosierung oder Anwendung sollten immer ärztlich verordnet und begleitet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Sorte und Chemovar?
Der Begriff „Sorte“ bezeichnet meist eine Genetik. Ein Chemovar beschreibt das tatsächliche chemische Profil einer Cannabisblüte. Für die Cannabistherapie ist der Chemovar in der Regel deutlich aussagekräftiger als der Sortenname.
Quellen
[1] Elwyn G, Frosch D, Thomson R, Joseph-Williams N, Lloyd A, Kinnersley P, Cording E, Tomson D, Dodd C, Rollnick S, Edwards A, Barry M. Shared decision making: a model for clinical practice. J Gen Intern Med. 2012 Oct;27(10):1361-7. doi: 10.1007/s11606-012-2077-6. Epub 2012 May 23. PMID: 22618581; PMCID: PMC3445676.
[2] National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine; Health and Medicine Division; Board on Population Health and Public Health Practice; Committee on the Health Effects of Marijuana: An Evidence Review and Research Agenda. The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids: The Current State of Evidence and Recommendations for Research. Washington (DC): National Academies Press (US); 2017 Jan 12. PMID: 28182367.
[3] Bhattacharyya S, Morrison PD, Fusar-Poli P, Martin-Santos R, Borgwardt S, Winton-Brown T, Nosarti C, O‘ Carroll CM, Seal M, Allen P, Mehta MA, Stone JM, Tunstall N, Giampietro V, Kapur S, Murray RM, Zuardi AW, Crippa JA, Atakan Z, McGuire PK. Opposite effects of delta-9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol on human brain function and psychopathology. Neuropsychopharmacology. 2010 Feb;35(3):764-74. doi: 10.1038/npp.2009.184. Epub 2009 Nov 18. PMID: 19924114; PMCID: PMC3055598.
[4] Johnson JR, Lossignol D, Burnell-Nugent M, Fallon MT. An open-label extension study to investigate the long-term safety and tolerability of THC/CBD oromucosal spray and oromucosal THC spray in patients with terminal cancer-related pain refractory to strong opioid analgesics. J Pain Symptom Manage. 2013 Aug;46(2):207-18. doi: 10.1016/j.jpainsymman.2012.07.014. Epub 2012 Nov 8. PMID: 23141881.
[5] Freeman TP, Craft S, Wilson J, Stylianou S, ElSohly M, Di Forti M, Lynskey MT. Changes in delta-9-tetrahydrocannabinol (THC) and cannabidiol (CBD) concentrations in cannabis over time: systematic review and meta-analysis. Addiction. 2021 May;116(5):1000-1010. doi: 10.1111/add.15253. Epub 2020 Nov 7. PMID: 33160291.
[6] MacCallum CA, Russo EB. Practical considerations in medical cannabis administration and dosing. Eur J Intern Med. 2018 Mar;49:12-19. doi: 10.1016/j.ejim.2018.01.004. Epub 2018 Jan 4. PMID: 29307505.
[8] Blasco-Benito, S., et al. (2018): Appraising the “entourage effect”: Antitumor action of a pure cannabinoid versus a botanical drug preparation in preclinical models of breast cancer. Biochemical Pharmacology.
[9] Lewis MA, Russo EB, Smith KM. Pharmacological Foundations of Cannabis Chemovars. Planta Med. 2018 Mar;84(4):225-233. doi: 10.1055/s-0043-122240. Epub 2017 Nov 21. PMID: 29161743.
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